Wer von Pferdestärken spricht, denkt vor allem an Motoren

Wer von Pferdestärken spricht, denkt vor allem an Motoren

Man muss nicht unbedingt auf einem Pferd gesessen haben, um zu wissen, dass diese Geschöpfe stark sind. Und das macht sich James Watt vor über 200 Jahren zunutze. Er gilt als der Erfinder der Dampfmaschine. Das ist er aber gar nicht. Durch die Verbesserungen von James Watt kann die Dampfmaschine aber leistungsfähig arbeiten. Und genau das ist es, was er messen will: Leistung. Die Leistung von Maschinen. James Watt wählt keine abstrakte Einheit, um zu zeigen, was eine Dampfmaschine leisten kann. Er nutzt das, was die Leute damals kennen: die Stärke eines Pferdes.

Benannt nach der Durchschnittsleistung eines Arbeitspferdes

James Watt definiert die Leistung eines Pferdes folgendermaßen: Es ist die Leistung, wenn ein Pferd in einer Minute ein Gewicht von 150 Kilogramm 30 Meter hochhebt – laut James Watt ist das die Leistung von 1 PS.

Als Arbeitstiere sind Pferde zu seiner Zeit überall im Einsatz. So auch in Mühlen und Bergwerken. Und was will James Watt? Die Betreiber von Bergwerken sollen sehr leicht ausrechnen, wie viele Pferde sie mit einer Dampfmaschine ersetzen können. Und dazu braucht er eine Maßeinheit.

James Watt erfindet also die Einheit PS, um die Leistungsstärke seiner neuen Dampfmaschine zu verdeutlichen. Für ihn spielt es keine Rolle, dass Pferde natürlich unterschiedlich stark sind. Ein schwerer Kaltblüter hat sicher mehr Kraft als ein feiner Vollblüter. Pferdestärke ist also eigentlich nicht gleich Pferdestärke. Es geht ihm aber nicht um maximal viel Kraft, sondern um die Durchschnittsleitsung eines Arbeitspferdes.

Übertrifft ein Pferd die von Watt definierte Leistung, kurzfristig etwa bei einem Wettkampf, dann hat es auch mehr als eine Pferdestärke. Im Tagesdurchschnitt leistet es aber eben ein PS.

James Watt erfindet eine Maßeinheit für die Leistung einer Maschine

Seine Verbesserungen verhelfen der Dampfmschine zum Durchbruch, die Industrielle Revolution wird beginnen. Für viele Autokäufer ist die PS-Angabe auch heute ein wichtiges Entscheidungskriterium. Weil eben die Pferdestärke die Leistung des Motors angibt. Man kann sich das Bild vorstellen, wenn ein Auto mit 150 PS von 150 Pferden gezogen wird. Aber so stark 150 Pferde gemeinsam auch sein mögen, die hohen Geschwindigkeiten, wie die eines leistungsstarken Autos werden sie nicht erreichen. Angaben für Motoren werden mittlerweile in Watt oder Kilowatt gemacht. Wie der Name schon sagt, ist auch diese Einheit nach dem Schotten James Watt benannt, wurde allerdings erst im 20. Jahrhundert festgelegt. In den technischen Daten eines Fahrzeugs findet man beide Angaben. Und alles basiert auf der echten Arbeitskraft von Pferden.

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