Begegnung mit Totilas

Begegnung mit Totilas

Ein Pferd so schön wie gemalt. Mit einer Ausstrahlung, der man sich nicht entziehen konnte. Totilas – der Inbegriff von Schönheit und Eleganz. Und wohl das bekannteste Dressurpferd der Welt.

Wer Totilas einmal gesehen hat, vergisst den Anblick wohl nicht mehr. Dieses Pferd erkennt man auch nur an einem Ausschnitt.

Nie zuvor hat ein Dressurpferd so viele Menschen bewegt. Alles sprach vom “Wunderpferd”. Die Bewegungen dieses Pferdes zogen Experten wie Laien in ihren Bann. Unter seinem niederländischen Reiter Edward Gal gewann Totilas alles, was es zu gewinnen gab. Über Jahre war das Interesse an Totilas riesig. Erst recht als er für eine Rekordsumme nach Deutschland verkauft wurde. Immer wieder standen seine Reiter in der Kritik, ihn mit umstrittenen Methoden irgendwo hin gezwungen zu haben. Immer wieder unterbrachen Verletzungspausen das Training und Turnier-Starts wurden abgesagt. Tauchte er aber auf, war er der Star. Die Leute kamen, um ihn zu sehen. Totilas, den Wunderhengst. Aber was machte das Besondere an Totilas aus? Nun, ganz einfach: Seine Schönheit, die Eleganz seiner Bewegungen, die Leichtigkeit, mit der er durch die Lektionen tanzte.

 

 
 
 

Beim CHIO in Aachen sah ich ihm am liebsten am Rande des Abreiteplatzes zu. Nicht nur einmal. Denn so nah kommt man einem Pferd in der Prüfung nicht. Nicht als Zuschauer, und auch nicht als Pressevertreter.

Ich saß einfach da und schaute zu. Wenn Totilas sich in Bewegung setzte, dann strahlte das Erhabenheit aus. Wer die natürlichen Bewegungen eines Dressurpferds liebt, dem gingen bei Totilas Auftritten die Augen über. Es war aber nicht nur seine Kraft und sein edles Aussehen, was mich beeindruckte. Es war seine Ausstrahlung, die ihn zu etwas Besonderem machte: Stolz gepaart mit Selbstbewusstsein. Man kann darüber lachen, ich hatte den Eindruck, Totilas wusste, dass er etwas Besonderes war. Wenn er näherkam, fühlte man sich regelrecht beobachtet. Denn Totilas sah alles, ohne sich ablenken zu lassen, weil hochkonzentriert bei seinen Aufgaben und dennoch wachsam für alles um ihn herum.

 

 

Bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen war er allerdings alles andere als fit. Statt einer Traumvorführung wurde für den erst 15jährigen Hengst das Karriereende verkündet. Ein Jammer, dass er von der Bildfläche verschwunden ist, denn viel tun muss ein Totilas nicht, um Eindruck zu hinterlassen. Einfach nur zu traben reichte für den athletischen Rapphengst, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Es gab viel Gerede um dieses Pferd. Alles ist bereits gesagt und geschrieben worden. Wer ihn einmal von nah erlebt hat, weiß: Zweifellos gibt es besondere Pferde, darüber hinaus Jahrhundertpferde. Und dann gibt es so etwas wie Totilas: Jahrtausendpferde.

 

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